Sezession Graz

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Edith Felice
1912 - 2007

Geboren 1912 in Judenburg. Nach der Matura in Klagenfurt arbeitete sie in verschiedenen Keramikwerkstäten. Ihr Atelier für Keramik und die Werkstäte begründete sie im Jahre 1933 in Judenburg. Seither lebt sie auch da selbst als freischaffende Künstlerin. Seit 1946 ist sie Mitglied der Sezession Graz und viele ihrer Arbeiten sind an und in öfentlichen Gebäden zu sehen. Auch zahlreiche Wettbewerbe gewann sie mit ihren Werken, so erhielt sie schon 1947 den 1. Preis des Landes Steiermark für Malerei und 1973 wurde von der Stadtgemeinde Judenburg eine umfangreiche Publikation ihrer Werke herausgegeben. Der Kunstkalender der Vereinigten Edelstahlwerke von 1977 wurde mit ihren Arbeiten und denen ihres Mannes Herbert gestaltet.

aus dem Katalog "70 jahre sezession graz", 1993
MadonnaQuelleSpielende KinderVaseHochrelief

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Über meine Arbeit

Alle vier Elemente sind die Verbündeten des Töpfers: Erde und Wasser, Luft und Feuer. Daher ist er ein Verbündeter des Schöpfers oder dessen, was man Natur nennt.

Für die Arbeit an der Drehscheibe gilt besonders das Wort Übung macht den Meister, das mehr beinhaltet, als man gewöhnlich annimmt. Alles Wiederholbare, alles Übbare ist ja ein Weg zu einer Form der Vollkommenheit, ein nie endender Weg, da die Erreichung eines Zieles sofort wieder in die Ferne gerückt oder in Frage gestellt wird, wenn man sich für das Üben nicht weiterhin offen hält - auch dann, wenn man erfahren hat, daß das Üben nur Weg oder besser noch nur Wegbegleiter sein kann bis zum möglichen Ziel, zum vollkommen Ausdruck, zu dem, was ein Kunstwerk ausmacht. Dieses entsteht nur als Wirkung einer Intuition, die inspiriert und führt, außerhalb aller menschlich erreichbaren Fähigkeiten. Das Einströmen dieser sogenannten Gnade und ihre Mitwirkung im gestaltenden Prozeß kann nur geschehen, wenn alle Liebe und Aufmersamkeit dem Weg gilt, wenn man durchsichtig und hellsichtig wird für das, was hinter den Dingen steht, wenn man Augen bekommt, die sehen, und Ohren, die hören. Übung und Erfahrung sind die wichtigsten Disziplinen in der Keramik.

Beim Drehen ist es ein Üben im geduldigen, aufmerksamen Stillbleiben, weil man der Bewegung der Scheibe die entschlossenen Ruhe der aufwärtsziehenden Hände entgegenhalten muß. Die Bewegung kommt aus der Ruhe. Diese Ruhe des Drehenden macht auf den Zuschauer des Eindruck, als als entstünde das Gefäß fast von selbst, ohne das Dazutun des Töpfers, als wäre es leicht, diese Arbeit zu erlernen. Versucht er es selbst, wird der Weg zum gleichmäßig dünnwandigen Gefäß lang. Die Freude über das Gelingen ist groß. Das luftgetrocknete Gefäß muß aber erst gebrannt werden und die hohen Brenntemeperaturen vernichten oft im Roh- oder dem darauffolgenden Glasurbrand alle Arbeit, an der man sich voreilig gefreut hat. Sind aber die langwierigen Arbeitsgänge zu einem guten Ende gekommen, entspricht eine Keramik in Form und Farbe dem ursprünglichen Idee ihres Schöpfers, ist sie auf dem Hintergrund der großen Mühe, die zu ihr geführt hat, vielleicht ein größeres Geschenk, als das Resultat manch anderen schöpferischen Tuns.

Die praktische Verwendbarkeit der Keramik und die Möglichkeit einer Zusammenarbeit in einer Werkstätte bringt die Freude gr0ßer Lebensnähe mit sich. Die schönste und fruchtbarste war für mich jene, in der zwei junge Mitarbeiterinnen, meine Tochter Christiane und deren Freundin Ruth Baumann, in meine Werkstätte eintraten und mit ihrer Arbeit, einer Fülle neuer Gefäßformen und Glasurkompositionen, die gesamte Produktion bereicherten. Ich selbst widmete mich in dieser Zeit fast ausschließlich der Erstellung großer baukeramischer Arbeiten für die künstlerische Ausgestaltung verschiedener Bauten und der Weiterentwicklung meiner Figuren und Reliefs aus frei aufgedrehten Elementen, die geschnitten und verformt werden.

Die noch weiche und daher formbare Hohlform, die sich mir durch die Beschäftigung mit dem gedrehten Gefäß anbot, wurde für mich zur Quelle dauernder Inspiration für eine großen Teil meiner Arbeiten. Die keramische Figur hat ihre eigenen Ausdrucksmöglichkeit, wenn man dem Material und seinen Bedingungen (Brennbarkeit und farbige Behandlung durch Glasieren) gerecht wird. Die aus der Drehbewegung entstehende Form hat immer die Vollkommenheit des Kreises und Kreises zur Kugel, zum Zylinder - der vollkommen Plastik. Als ich vor mehr als 30 Jahren mit meinen gedrehten Figuren begann, folgte ich der plötzlichen Eingebung, daß die Drehbewegung allein schon etwas schafft, ohne unser Zutun.

Die Hand wird geführt und führt selbst und was dabei entsteht, gibt Anregung zur weiteren Gestaltung und Verständlichmachung eines Vorwurfs, einer plastischen Ausdrucksidee, der die frei aufgedrehte Form zugrunde liegt, eine Arbeitstechnik, die nicht der Bildhauerei und ihren Materialien entlehnt ist.

Neben der frei aufgedrehten Form ist es die Platte, die ich als Grundelement gerne verwende und mit der ich viele meiner Entwürfe ausgeführt habe. Die Verbindung glänzend glasierter Plattenteile mit stumpfen, färbigen Kratzputz bringt eine besonders reizvolle Wirkung in vielen großen Wandgestaltungen hervor. Beim komplizierten Versetzen an die Wand hat mir ein sehr gut eingespieltes Team von hervorragenden Mitarbeitern geholfen: Herr Fachlehrer Alois Janisch und seine Frau Resi, meine erste Mitarbeiterin, Herr Karl Murr, Herr Matthias Weber und mein Sohn Herbert. Ich bin ihnen für ihren Einsatz und ihre Hilfe sehr dankbar.

Im Mittelpunkt meiner Erkenntnisse und ihres Ausdrucks, sowohl in der Malerei, als auch in der Keramik, steht der Mensch und sein Dualismus in seine Beziehungen zur Umwelt. Eingespannt zwischen äußeren Lebensformen und innerer Verankerung ist der Mensch ein ständiges Ein- und Ausatmen, Hereinnehmen und Ausdrücken, nicht nur in seiner schöpferischen Arbeit, sondern auch in seiner dienenden Tätigkeit - in meinem Leben z.B. in der Sorge um die Kinder und der Beschäftigung mit dem Haushalt. Das Mutter-und-Kind-Verhältnis war für mich schon ein großes Anliegen, bevor ich mir der zugrundeliegenden und tieferen Zusammenhänge bewußt wurde.

Das Verhaftet- und Gefangensein in dieses Verhältnis hat alle Höhen und Tiefen meines Lebens bestimmt und immer wieder Anlaß zum Herausstellen meiner Einsichten gegeben. Ich glaube überhaupt, daß alles Leben von der Dreieinigkeit Mann-Frau-Kind durchwirkt und bestimmt wird, auch in seinen schöpferischen Ausdrucksformen, wenn man das Leben, die Tätigkeit, in den Urbegriff des Männlichen, das Weibliche in die Inspiration und Liebe überträgt und beider geistiges Kind, die Idee, das Bild oder Werk, die ans Licht gebrachte Wahrheit, die für die Menschen wichtigste Manifestation ist. - Dieses schöpferische Prinzip entzieht sich dem Zugriff des menschlichen Intellekts und ist dadurch mitunter der einzige Zugang zu dem, was den Menschen wirklich ausmacht, die Verbindung zu einer geistigen Person und Wesenheit, die auszudrücken seine Aufgabe auf dieser Daseinsebene ist.

Der Innenraum eines Gefäßes bestimmt seine äußere Gestalt und seinen Wert, ein Gesetz, das der menschlichen Gestalt und Gestaltwerdung ebenfalls zukommt.

Es erfüllt seien Bestimmung kraft seiner gegenstandslosen Leere, die Raum hat für den aufzunehmenden Inhalt, umschlossen von der äußeren Form aus einem veränderlichen formbaren Material. So ist das Gefäß ein Symbol für den Menschen und der Mensch ein Symbol für das Gefäß.

Edith Felice (um 1973)

Und es hätte alles keinen Sinn, hätte man nicht wenigstens die Unendlichkeit vor sich.

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last revision: Fri Dec 23 18:00:00 2016 ( )