Sezession Graz

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Ausstellung im Künstlerhaus Graz
30. Mai bin 10. Juni 2001
Farbe Form Klang

Prof. Zeller

von diesem Thema sind wir ausgegangen, als sich im Herbst vorigen Jahres einige Sezessionisten trafen und in Zusammenarbeit mit Professor Gerhard Zeller von der Musikuniversität Graz ein Projekt erarbeiteten, das den Einfluß der Musik auf den Gestaltungsprozeß der Werke der bildenden Künstler zum Gegenstand hatte.

Dabei haben wir uns wesentlich mit den Erkenntnissen und dem Gedankengut des Zwölftongesetzes und der Zwölftonmusik von Josef Matthias Hauer auseinandergesetzt.

Für den bildenden Künstler entstanden Gedankenspiele, die aus einem inneren Empfinden heraus eine neue unerwartete, nämlich eine individuelle Wirklichkeit entstehen ließen.

Der Maler Johannes Itten schreibt in einem Aufsatz: vor dem Bilde mußt du warten, bis die Empfindung schwingt, mußt ohne Widerstand dein Ich ausschalten, um mitschwingen zu können.

Dazu lade ich Sie ein, empfinden und erleben Sie mit uns zusammen diese Ausstellung.

Linda Leeb
Präsidentin der Sezession Graz

Friedrich Ehrbar

Thema: Einführung in die Zwölftonmusik mit dem Anspruch, Musik und Malerei in Einklang zu bringen

Ausgangspunkt ist der Erfinder der Zwölftonmusik Joseph Matthias Hauer. Hauer und der zweite Zwölftöner, Arnold Schönberg, standen mit Malern in Verbindung Hauer mit Johannes Itten, Schönberg mit W. Kandinsky. Diese Auswahl zeigt bereits die Unterschiede in den Auffassungen vom Zusammenwirken von Musik und Bild. Während Hauer die Verbindung zur Malerei mit Goethes Farbkreis, später mit dem Farbkreis von Itten herstellt, geht Schönberg in Richtung des Expressionismus. Das Farbenhören, das Tönesehen wird von Hauer und Itten eher in Bezug zum Denken gewählt, während Schönberg und die Expressionisten eher dem Empfinden verbunden sind. Dazu kommt,dass sowohl Hauer als auch Schönberg mit ihrem Streben nach dem Zusammenwirken aller Künste, mit ihrer Sehnsucht nach dem Gesamtkunstwerk, durchaus dem Zeitgeist folgen.

Friedrich Ehrbar wählt die Arbeit mit dem Farbkreis. Er geht dabei einen eigenen Weg. Er setzt seinen individuellen, von Itten unabhängigen, Farbkreis, wohl wissend, dass jeder Farbkreis, wenn er einmal neu gefunden ist, schon in wenigen Stunden von einem anderen überholt werden kann. Es ist also kein Absolutstandpunkt. Ausgangspunkt bei Ehrbar ist das Bild, wobei aber auch der umgekehrte Weg von der Musik zur Malerei möglich ist. Dieser neue, wohltemperierte Farbkreis nach Ehrbar, ist von Rot über Gelb, Grün, Blau bis Violett aufgebaut. Da die Farben in der Malerei pastos gesetzt werden, ist nur die Reihenfolge der Farben vom Regenbogen übernommen. Gleichzeitig orientiert sich dieser Farbkreis nach dem Zifferblatt der Uhr, sodass

Ehrbar
I
Magentarot,
II
Kadmiumrot hell,
III
Kadmiumorange,
IV
Kadmiumgelb dunkel,
V
Kadmiumgelb citron,
VI
Maigrün,
VII
Deckgrün,
VIII
Smaragdgrün,
IX
Azurblau,
X
Coelinblau,
XI
Violettblau,
XII
Kobaltblau.

ist.

Um den Farbkreis sind die zwölf Musiktöne angeordnet. In der Farbkreismitte bewegen sich ein Quadrat und ein gleichseitiges Dreieck, die durch Drehung verschiedene Farb- und Tonkombinationen ermöglichen.

Jan Milan Krkoska

Krkoska

  Liedet* zdem JHWH
ein ·neues Lied,
liedet zdem JHWH, alle des Erdlands!
  Liedet* zdem JHWH,
segnet seinen Namen,
kündet von Tag zu Tag seine Rettung!
  Zählet* auf* in den Nationen
seine Herrlichkeit,
in all den Völkern seine Wunder*!
      er brachte mich hinauf'
aus der Zisterne des Gebrauses,
aus dem Schlamm des Schleimigen.
Und er machte erstehen auf dem Steilfelsen
meine Füße,
er bereitete meine Direktiven*.
  Und er gab,
daß in meinem Mund ein ·neues Lied,
Lobendes unserem ÄLoHI'M.

Töte mich nicht! Du würdest hinfort es selber bereuen wenn du den Sänger erschlügst, der Göttern und Menschen gesungen!

(Homer, Odyssee 22,345)

Linda Leeb

Leeb

Die Kupferrohre symbolisieren die 12 -Töne der 12 Ton-Musik. ihre Längendifferenzen stehen für die Tonintervalle.

Die quadratische Bodenplatte, die mit dem Objekt in direkter Verbindung steht und der optisch sich bewegende Kreis veranschaulichen das Wesen des Raums und bilden die Grundform des Objekts.

Die Rohre in ihrer Leichtigkeit stehen in Kontrast zu der statischen Form des Quadrats. Sie geben den Eindruck einer rhythmischen Abfolge von Höhen und Tiefen, deren Fluss der Bewegung und Rhythmik einen Anklang an musikalische Töne spürbar macht. Die verschiedenen Höhen der 12 Rohre drücken die Tonhöhen aus und stehen für die 12-Ton-Reihe.

Durch die Farbgestaltung im Kreis wird die Verkettung des ersten und letzten Tons der Zwölftonreihe symbolisiert wodurch das Wesen der Zeit, - das Endlose - das Grenzenlose in Beziehung zur Zwölftonmusik und somit zur Anschauung von Josef Matthias Hauer gebracht wird.

Renate Polzer

Polzer

Vibrieren in den Lüften

Vibration von Farbe, Form und Klang - Vieles liegt sichtbar und unsichtbar unter den Farbschichten / Formen entstehen durch Auslassungen - der vibrierende Grund wird sichtbar / Pausen entstehen durch Auslassungen - die Töne werden hörbar / Erinnerungen von Klängen beginnen den Raum zu beherrschen / schliesse die Augen! - öffne die Ohren! / öffne die Augen! - schliesse die Ohren? / das Bild bleibt - die Töne verklingen - es ist doch ein anderes Medium.

Barbara Rittler

Rittler

Da und weg Roll-Bilder

Gedanken zu Bildern und Tönen

Bilder auf Rahmen, auf Untergrund verklingen nicht. Sie hören nicht auf sichtbar zu sein, sie sind da, auch wenn sie niemand betrachtet. Wir können zwar die Augen schließen, uns woanders hinbegeben um sie nicht zu sehen, aber alles bildliche ist da, solange es nicht vernichtet wird.
Musik besteht aus Tönen, Lauten, gespielt von was immer für Instrumenten, von der Stimme bis zum Computer. Alles, aus dem man einen Laut locken kann, kann zum Instrument werden. Beinahe unhörbar bis zur Unerträglichkeit laut, langsam, schnell, moderat und so fort.
Töne, Laute sind verschwunden, nicht mehr zu hören, wenn sie aufhören. Vielleicht schwingen und klingen diese Töne im Weltall endlos weiter für uns unhörbar. Wer weiß das schon?
Für uns ist ein Laut nicht vorhanden, wenn er keinen Laut von sich gibt. Er wird, wenn ich mir das so recht überlege, jedesmal neu geschaffen, sobald er aus der Lautlosigkeit heraustritt und tönt. So wäre ein Musikstück, das nach aufgezeichneten Noten wieder und wieder gespielt wird, eigentlich immer eine Kopie des Originals, oder? Aber wo beginnt das Original einer Komposition? Ist es im Kopf des Komponisten, ist es das erste Mal, wenn die Komposition zu hören ist?
Von jedem Bild, Skulptur, etc. gibt es auch nur ein Original, die nächste Arbeit und sei sie noch so ident mit der ersten, ist eine Kopie des Originals. Wobei diese Kopie eigentlich auch wieder ein Original ist. Das Original, wie die Kopie lösen sich aber nicht auf, nur weil wir sie nicht sehen. Bildliches hört nur auf, wenn es zerstört wird. Ein Maler müßte die genauen Mischverhältnisse jedes Farbkleckses, der auf das Bild kommt, dokumentieren, ausgehend vom Farbkreis, um zumindest die Farben wieder erstehen zu lassen.
Malt man mit den 12 Farben des Farbkreises, ohne eine einzige Farbe mit einer anderen zu vermischen, oder eine Farbe über eine andere zu malen, müßte dieses Bild eigentlich nach der Lehre der 12 Ton-Musik,als Partitur eines Musikstückes zu verwenden sein. Also müßte ich ein Lied malen können. Ein Sänger, der das Lesen dieser Partitur, der 12 Ton-Musik beherrscht, könnte beim Betrachten dieses Bildes, das Lied, das darin festgehalten ist, singen.

Ich habe noch nie versucht den Gesang einer Amsel zu malen, oder das Stöhnen von Verletzten.
Ich weiß eigentlich gar nicht, wie man Töne malen könnte. Farben sind lautlos. Könnte ein Gehörloser, wenn er die 12 Farben des Farbkreises sieht, die Töne die dafür stehen, hören? Ich weiß es nicht. Er kann die Schwingungen der Töne fühlen und auch die Schwingungen der Farben. Mit den Da und Weg Roll-Bildern versuche ich, das Da und Weg von Tönen, (von der Musik), zu symbolisieren.
Rollt man es auf, ist das Bild da, man sieht es. RoIlt man es zu, ist es weg, man kann das Bild nicht sehen. Da, also im Raum, bleibt es natürlich trotzdem. Es ist eben kein Ton, der nicht vorhanden ist, wenn er nicht tönt. Ich habe keine Töne auf die Da und Weg Roll-Bilder gemalt, sondern versucht, meine Empfindungen, die ich beim Hören der Werke für Violine Solo und für Violine und Klavier von Josef Matthias Hauer hatte, bildlich darzustellen. So habe ich mich auch nicht an die 12 Farben dieses Farbkreises gehalten, sondern meiner Farbsymbolik beim Malen gehorcht.

Monika Schönbacher-Frischenschlager

Schönbacher

Hommage für Josef Matthias Hauer

Fünf Tafeln, mit je einem Buchstaben ( H A U E R ), wurden opulent gestaltet, wobei die Farben, die Hauer den Tonstufen zuordnet, einbezogen wurden.

Die grafische Notation Hauers wurden dabei frei übersetzt. Farbige Dreiecke symbolisieren seine Bilderschrift. Die Hierarchisierung in der Kunst war immer präsent und wird es immer sein. Oft spielen dabei nicht objektive Kriterien die Rolle. Hat Josef Matthias Hauer heute den Stellenwert, der ihm zukommt, oder wird seine Arbeit unterbewertet?

Diese Frage stelle ich im Rahmen meiner Installation.
Auf dem Boden kann man einem Komponistenlexikon, aus dem Internet ausgedruckt, nicht entnehmen, welchen Stellenwert Hauer hat, sein Name ist nämlich gar nicht vertreten....

Renate Sterlika

Sterlika

collage aus dem videofilm JOSEF MATTHIAS HAUER, op. 51 musik-filme / erwartung, schmachtende liebe, andacht, für klavier und drei zwölftonspiele, 15.6.1955, 31.8.1948, 2.9.1956, für violine und klavier, die filmarbeiten entstanden im Kunsthaus Bregenz anlässlich der ausstellung DANIEL BUREN, auf der baustelle Musemsquatier Wien und in meinem atelier, ferner wurden ganz kurze sequenzen aus dem internet und aus dem musikfilm Quadrophenia übernommen, stark verfremdet und tranparent überlagert. ein resultat also aus verschiedenen aktionen, die zwischen vertrauten und entwickelten montageerfahrungen entstanden sind. die handlungen sind untereinander angenähert, aber es kommt auf de Zuschaer an, wie er dies miteinander verbindet oder auch ob nur als augenblickliches zeiterlebnis erfahren möchte.

Ingrid Wieser

Wieser

4 x 3

Jedes Bild hat 12 übereinandergelegte Farbschichten. Somit bildet sich ein Schwingungsfeld, das man über die Energie der Wahrnehmung zur Erfahrung bringen kann. Im Zwischenraum liegt die Synthese. Mit dem Anfang und dem Ende wird wieder ein neuer Zyklus begonnen.

Anmerkung: Offenbarung des Johannes: Kap. 21

Und es hätte alles keinen Sinn, hätte man nicht wenigstens die Unendlichkeit vor sich.

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last revision: Fri Dec 23 18:00:00 2016 ( )