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Jože Ciuha
1924 - 2015

Trotziger Sucher des eigenen Weges in der Malerei

Zwei Wochen vor seinem 91. Geburtstag verstarb der Maler und Dichter Jože Ciuha, einer der international bekanntesten slowenischen Künstler. Ein Nachruf vom Multimediaportal MMC RTV Slovenija vom 12. April 2015

Moderne Richtlinien in der Kunst wurden vom Künstler Jože Ciuha dauerhaft ignoriert, die Suche nach der eigenen Sprache in der Malerei hingegen fand er immer sehr aufregend. Die Freiheit hatte für ihn eine große Bedeutung, denn darin erkannte er das Abbild der geistigen Reife und der schöpferischen Fähigkeiten des Einzelnen. Ich wollte zwar immer informiert sein aber noch viel mehr wollte ich anders sein. Ich wollte nichts nachmachen und lediglich eine der Varianten des angebotenen Konzeptes sein, sinnierte der Künstler.

An der Akademie lernte er zwar einiges, erklärte er vor Jahren, aber nach dem Studium benötigte er 20 Jahre, um das Erlernte wieder zu vergessen und die eigene Ausdrucksart zu finden. In seinem Streben nach innerer Logik sucht der Mensch seine eigene Handschrift. Mich hat immer die Zeichnung als solche fasziniert, eine Linie die zittert und spricht.Ciuha wurde 1924 in Trbovlje geboren. Am Beginn seiner Studienzeit widmete er sich dem Studium der komparativen Literatur, Kulturgeschichte, und Archäologie, erst danach dem Studium an der Akademie für bildende Kunst in Laibach. Nach dem Diplom, im Jahre 1950, absolvierte er noch den Spezialkurs für Wandmalerei bei Slavko Pengov. Bereits während des Studiums besuchte er Mazedonien, wo ihn Fresken aus dem Mittelalter und das byzantinische Erbe stark beeinflussten.

Im Jahre 1956 ging er nach Paris, später führten ihn Studien in den Osten, nach Myanmar, wo er die östliche und buddhistische Philosophie und Spiritualität studierte. Auch da fand er Anregungen für seine Malerei. Später bereiste er Thailand, Kambodscha, Indonesien, Bangladesch und Indien. 1964 reiste er quer durch Südamerika, die USA und Mexiko. Seine Erlebnisse fasste er in den Büchern Reisen in ferne Länder, Versteinertes Lächeln und Gespräche mit der Stille zusammen.

Von all den Orten, wohin ihn der Weg führte, gefiel ihm Paris am besten. Dorthin ist er immer wieder zurückgekehrt und in den achtziger Jahren übersiedelte er sogar in die französische Hauptstadt. Hier begegnete er dem Dichter und Malereikritiker Alain Bosquet, welcher ihm den Weg auf das Pariser Künstlerparkett ebnete.

Prophet

Prophet, 1973

Mischtechnik/Acryl auf Plexiglas,
103 x 113 cm. Privatbesitz.
Foto: MGML

Das malerische Werk des Künstlers ist außerordentlich umfangreich und vielfältig, inhaltlich durch ironische Verflechtungen verbunden. Ciuha verwendete niemals nur eine Technik, er versuchte sich immer wieder in anderen Ausdrucksmöglichkeiten. Er malte auf Leinen, Papier und Plexiglas, beschäftigte sich mit Graphik, schuf Mosaike, Tapiserien und Fresken. Er versuchte sich auch als Bühnen- und Kostümbildner oder Puppenhersteller.

Aus der rhythmischen Reihung von Figuren, die auf goldenem Hintergrund schweben, ist der Einfluss der mittelalterlichen, vor allem der byzantinischen Kunst, am stärksten erkennbar. Alte östliche Kulturen hinterließen ihre Spuren in den östlichen Schriftzeichen, welche sich in Gold auf dunklem monochromen Hintergrund abzeichnen. Ciuhas Kunst kurz zusammengefasst: Ironiedurchdrungener Dialog mit der modernen Welt. Auf menschliche Schwächen wies er mit tierischen Darstellungen hin, die menschliche Gestalt interpretierte er gerne grotesk. Er arbeitete bis zum letzten Tag, öfters sagte er selbst: Ich arbeite noch immer, als ob ich mein bestes Werk noch nicht geschaffen hätte.

Für sein Schaffen, das er in mehr als 400 selbstständigen und 300 gemeinschaftlichen Ausstellungen vorgestellt hat, erhielt er mehrere Auszeichnungen. Im Jahre 1967 erhielt er einen Preis aus dem Prešern Fond, der Jakopič Preis wurde ihm im Jahre 1981 verliehen, für ein belletristisches Kinderbuch erhielt er 1965 den Levstik Preis, im Vorjahr erhielt er einen Preis für sein Lebenswerk für Kinderillustrationen. Verliehen wurden ihm auch der Ehrentitel Ritter der schönen Künste und der Literatur sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Er war Mitglied der Russischen Akademie der Künste. Auf der letzten Slowenischen Biennale der Illustration erhielt der Künstler den Preis des Hinko Smrekar für sein Lebenswerk.

Ciuha widmete sich auch der pädagogischen Arbeit. Zwischen 1974 und 1978 leitet er das Seminar für freie Malerei im Rahmen der internationalen Sommerakademie in Salzburg. Er war Gastprofessor an der Western Michigan Universität, unterrichtete zwei Jahre Graphik an der internationalen Graphikschule in Venedig und hielt zwei Vorlesungen an der Akademie für bildende Kunst in Laibach.

Jože Ciuha hinterließ ein umfangreiches und vielfältiges Werk, seine Kunst ist persönlich gefärbt und oft mit Ironie durchzogen.

In den letzten Jahren widmete sich Ciuha der Darstellung der menschlichen Komödie, da er Menschen als komische Marionetten ansah. Das war seine Art sich der Aggression der Zeit zu widersetzen, wie er in einem Doku- Portrait im Slowenischen Fernsehen, erklärte. Die leitende Triebkraft Ciuhas heftiger Schaffensinspiration war das Flechtwerk aus Lebenserfahrung und Weisheit, die es auf seinen Reisen durch die ganze Welt sammelte.

Übersetzung: Tanja Koren

Geboren 1924 in Trbovlje im ehemaligen Jugoslawien, hat er nach dem Studium an der Akademie für bildende Künste in Ljubljana noch ein Spezialstudium für Wandmalerei absolviert. Seine zahlreichen Studienreisen in viele Länder der Weit beschrieb er in zwei illustrierten Büchern. Er malt meist auf Plexiglas, befaßt sich auch mit Grafik, Wandmalerei, Tapisserie und Bühnendekoration. In vielen selbständigen Ausstellungen u. a. in Rangoon, Los Angeles, Mailand sowie Stockholm und Ausstellungsbeteiligungen hat er seine Werke gezeigt und auch zahlreiche Preise erhalten. Er lebt und arbeitet in Ljubljana und Paris.

aus dem Katalog "70 jahre sezession graz", 1993
Asketski ritualTeza telesaAngel varuh nikoli ne spiNa robu tretjega snaMandarin

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Über seine Werke

Wenn wir aus den Grundneigungen des Künstlers Ciuha das ausschälen wollen was ihm immer zur Verfügung steht, dann müssen wir seine ungewöhnlich reiche und sprühende Verspieltheit unterstreichen. Das ist auch immer wieder die überraschende Feinheit der Zeichnung, sei es durch die rhythmisch fließende oder dann unterbrechende mehr dramatische Linie. Das ist eine seltene Begabung des Spiels der sich verwandelten realen Proportionen und Formen in neue, nie gesehene aber trotzdem nichts weniger glaubhafte, mögliche und wahre.

Das ist das außerordentliche Gehör des Künstlers Ciuha, das Gehör für Rhythmus und Struktur der bemalten Fläche. Und nicht zuletzt ist das seine Richtung in den entspannten und doch stark kontrollierten Bau seines Bildes, den er immer gesteigerter zum gewünschten Höhepunkt des gefühlvollen Effektes führt.

Prof. Marjan Tršar

Und es hätte alles keinen Sinn, hätte man nicht wenigstens die Unendlichkeit vor sich.

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last revision: Fri Dec 23 18:00:00 2016 ( )